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Geschichte des Berufes Glaser


Glas kann auf natürlichem Wege entstehen. Bei hohen Temperaturen, etwa bei einem Blitzschlag oder einem Vulkanausbruch kann sich Glas bilden.
Das erste durch Menschenhand entstandene Glas kam vermutlich vor etwa 7000 Jahren unbeabsichtigt zustande. Zumindest der Legende nach sollen phönizische Seefahrer entdeckt haben, dass sich in der Hitze ihrer Feuerstellen Sand und Soda zu Glas verbanden.

Entwickelt wurde die Glasherstellung mutmaßlich in Mesopotamien, zumindest stammen die ältesten Funde künstlich hergestellten Glases überwiegend aus dieser Region. Hier wurde Glas bereits 3500 v.Chr. zur Beschichtung von Töpfen und Vasen genutzt. Zu hoher Kunstfertigkeit in der Glasherstellung und –Bearbeitung brachten es später die Ägypter.

Die ältesten, überlieferten Anweisungen zur Glasherstellung befinden sich auf einer Tontafel, die etwa 650 v.Chr. entstand. Vor ungefähr 2000 Jahren schließlich wurde die Glasbläserei erfunden.

Zu einem breit gefächerten Anwendungsbereich und verbesserten Herstellungstechniken kam es während der Römerzeit, in der das Glas eine große Blütezeit erlebte. In dieser Zeit fand das Glas auch Eingang in die Architektur.
In Europa waren die ersten kunstvollen, bunten Glasscheiben im 9. Jahrhundert zu bewundern und kamen vorrangig als Kloster- und Kirchenfenster zum Einsatz, da vor allem Mönche in der Kunst des Glasmachens bewandert waren.

Im 13. Jahrhundert kam es zu einer Aufspaltung in Glasmacher und Glasverarbeiter und die ersten Glaser-Zünfte bildeten sich. Ihnen wurde ein Recht auf Arbeit gewährt und fortan waren die Bürger verpflichtet, ausschließlich Zunftmitglieder als Glaser zu beauftragen.
Die erste selbständige Glasergemeinschaft bildete sich etwa 1450 in Trier. Der Reichsfachverband des Glaserhandwerks wurde 1881 in Hamburg gegründet.

Große Veränderungen für die Glaser brachte in dieser Zeit die Industrielle Revolution. Den Grundstein für die moderne Glaserei legten damals die beiden Wissenschaftler Otto Schott und Ernst Abbe.
Den Einsatz von Maschinen und die Serienfertigung ermöglichte die Entwicklung des Wannenofens, der den bis dahin verbreiteten Pottofen ersetzte.

1949 gründete sich der Zentralverband des Deutschen Glaserhandwerks, der schließlich im Jahre 1954 die Bildung des Bundesinnungsverbandes des Glaserhandwerks beschloss. Der Bundesinnungsverband vertritt auch heute noch die Interessen der in sechzehn Landesinnungsverbänden zusammengeschlossenen Glaser.